Brauchtum

Die  Saibachdeifel – Mär

Vor langer Zeit war das Seebachtal, auf schwäbisch „Saibachtal“, ein idyllisches Waldgebiet am Rande der Talheimer Gemarkung Richtung Willmandingen auf der Schwäbischen Alb.

Der Zollerngraben, welcher immer wieder für Erdbeben auf und an der Schwäbischen Alb sorgte, bildete einen Ausläufer ins Tal. Dieser Ausläufer legte eines Tages eine Höhle frei, die direkt in den Schlund des Tales führt, wohin einst das Böse verbannt worden war, und brachte somit großes Unglück über Talheim. Viele Teufel haben von da an den Weg aus der Höhle ins Menschenland nach „oben“ gefunden.

Sie trieben ihr arges Unwesen mit den Menschen am Fuße der Schwäbischen Alb und sorgten für Not und Pein.

Die Talheimer schafften es jedoch, im Kampf gegen das Böse mit vereinten Kräften ein Unentschieden zu erkämpfen. Sie schlossen einen Pakt mit den Teufeln, welcher da lautet:

Die Teufel müssen wieder zurück in die Unterwelt und dürfen erst im Jahr nach 2010 das erste Mal wieder ans Tageslicht kommen, um nachzuschauen, ob es in Talheim mehr böse als gute Menschen gibt. Sollten es wider Erwarten mehr böse Menschen sein, dürfen sie die Macht übernehmen und ihr schauriges Tun fortsetzen.

Wenn es aber mehr gute Menschen gibt, müssen sie wieder durch die Höhle nach „unten“, dürfen aber jedes Jahr wieder hochkommen, um nachzuschauen, ob es immer noch mehr gute als böse Menschen in Talheim gibt.

Vorsorglich haben die Talheimer ein schweres Eisengitter-Tor mit einem großen Schloss angebracht, welches nur für die Zeit der Saibachdeifel geöffnet wird, und verhindert, dass die Teufel vorzeitig aus der Unterwelt nach Talheim kommen können.